Israel in Egypt

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Eröffnungskonzert von Klangvokal 2012

Mittwoch, 16.Mai 20122, 20:00
St.Reinoldikirche Dortmund

Israel in Egypt – Von der Sklaverei zur Freiheit
Ein interreligiöses Projekt

Tölzer Knabenchor (Einstudierung: Gerhard Schmidt-Garden)
The Alol Ensemble (Leitung: Yair Dalal)
L’Arte Del Mondo (Dirigent: Werner Eherhardt)

Musik zwischen den Welten – Ein Gespräch

Musik verbindet. Ein Satz, den man immer wieder hört, wenn von Konflikten die Rede ist, die Unterschiede begründen. Ob als kulturelle oder religiöse. Manchmal auch als Lösungsmittel banaler Alltagskonflikte.

Zum Auftakt von „Klangvokal 2012“, dem Musikfestival in Dortmund hat sich der Dirigent Werner Ehrhardt und der Oud-Spieler Yair Dalal aus Israel zu einem ambitionierten Musik-Kommunikations-Projekt Israel in Egypt zusammengefunden. Aus den Quellen, denen Bibel, Thora und Koran gemeinsam, wenn auch in unterschiedlicher Interpretation verpflichtet sind, lassen sich kultur- und religionsprägende Erzählungen ableiten und musikalisch bearbeiten. Oratorien-Kompositionen stehen dafür exemplarisch

Der Auszug des jüdischen Volkes aus ägyptischer Wüsten-Gefangenschaft in der Form des von Georg Friedrich Händel 1712 in London komponierten Oratoriums bildet in dem von Ehrhardt und Dalal entwickelten interreligiösem Projekt die programmatische Metapher: Von der Sklaverei zur Freiheit.

Wie funktioniert diese musikalische Brücken-Kommunikation zwischen Morgenland und Abendland? Die Ausgangssituation des Gesprächs ist ambivalent. Gewissermaßen am Ur-Platz des Christentums, in der St.Reinoldikirche in Dortmund sitzend, stellt sich unwillkürlich diese Frage unmittelbar.

Gewaltig an Stimmkraft der Tölzer Knabenchor sowie  das Orchester L’Arte del Mondo  gegenüber dem The Alol Ensemble aus Israel. Eher leise, auf dem einzelnen Ton von Stimme und traditionellen Instrumenten wie Oud, Nay oder Sitar vertrauend. Von den ersten Tönen an ist die Kirche erfüllt von einem atemlosen Lauschen. Wie selbstverständlich verweben sich die mächtigen Akkorde der Händel’schen Musik mit den jüdischen Gesängen zu einem gemeinsamen Staunen, Klagen und Hoffen.

Sehnsucht nach Freiheit, die sich durch die Erzählungen der (Welt)Kulturen durchzieht, ist als immer wieder neu zu probierender Versuch zu hören. Das eingangs wahrnehmbare optische Ungleichgewicht der Klangkörper verflüchtigt sich sofort. Es ist, als würde sich das Freiheitsbemühen in seinen möglichen Formen, einerseits als gewaltiges Allegro assai in den oratorischen Passagen und andererseits ein fast intimes stilles Beharren in der traditionellen Sufimusik ausdrücken.

Wenn sich diese Stimmen, Stimmungen im Konzert vermischen und ineinander übergehen, ist eine gelingenden Kommunikation hör- und spürbar. Das sich an der einen oder anderen Stelle ein wenig Zuviel an vordergründiger Harmonie einstellt, die sich selbstverliebt ins melodiös Träumerische verliert, ist den Intentionen dieses Konzerts und der Überzeugung der Protagonisten Werner Ehrhardt und Yair Dalal geschuldet.

Mit musikalisch hoher Qualität eindeutig Position zu beziehen, ist an diesem Abend in der St.Reinoldikirche bis zum letztgültigen Halleluja spürbar. Als machtvolles Halleluja  von Chor und Orchester sowie als verhalten insistierende Tonfolge auf der Nay.

18.05.2012

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Über Peter E. Rytz Review

www.rytz.de
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